300 Km bis an Meer

Am letzten Samstag war es dann endlich soweit. Das worauf ich mich jetzt so lange vorbereitet habe: Die Ruhr2 Northsea Challenge. An einem Tag von Duisburg bis nach Bensersiel ans Meer.

300km an einem Tag? Die meisten die das gehört haben sagten mir nur :“Du bist doch bekloppt!“ Aber ich dachte mir dann so: „Ja das stimmt, ach egal, ich mach´s trotzdem!“

Unser gebildetes Team hat sich schon am Freitag Abend beim Pauly zuhause getroffen um sich schon mal kennen zulernen und schon mal Carboloading in form von Grillfleisch, Kartoffelsalat und Bier zu sich zu nehmen. Bei dieser Illusteren runde wurden von allen die schönsten Radsport Anekdoten zum besten gegeben. Aber die heitere runde löste sich dann relativ zeitig wieder auf weil wir mussten ja früh wieder raus, denn Start war um 4:30 Uhr  angesetzt und für 3 Uhr unser Wecker gestellt.

Aber wie so oft kommt es anders und zweitens als man Denkt. Wir wurden alle leider erst um 3:30 Uhr wach und dann brach die große Hektik aus naja so ,ehr oder weniger. Wir hatten ja alles schon am Vorabend bereit gelegt und die Räder auf und im auto verstaut. So sind wir etwas später als geplant losgefahren kamen aber noch ziemlich pünktlich an der Schauinsland Arena in Duisburg an. Wir hatten so leider nicht viel zeit noch Fotos am start zu machen, aber fuhren dann pünktlich mit dem Startschuss los.

So morgens um halb fünf durchs Dunkle Duisburg zu fahren ist schon irgendwie lustig. Man sieht die ersten menschen auf dem weg zur arbeit oder die Letzten die gerade auf dem weg von der Party nach hause gehen. Die meisten gucken nicht schlecht wenn sie schon um diese Zeit eine Horde Radfahrer durch die Stadt düsen sehen.

Als wir dann endlich das Stadtgebiet verlassen haben und endlich auf weiten Landstraßen Richtung Norden unterwegs sind wird es auch langsam immer Heller und weckt unsere Lebensgeister. Es rollt gut und auch die Temperaturen sind gut. Es sind so etwa 12-15°.Wir rollen in einer Größeren Gruppe so dahin und sammeln auch da schon Caro und Vera ein die sich unserer Gruppe gerne anschließen. Bei der Überquerung des Wesel-Dattel Kanals Ereilt Vera den ersten platten reifen des Tages. Aber wie es sich gehört, die Gruppe hält an, flickt gemeinsam den Reifen und nach knapp 15 min geht es weiter.  Kurz vor unserem Ersten Wegpunkt am Wasserschloss Raesfeld fängt es dann doch etwas an zu regnen und wir kommen doch nicht drum herum die regen Sachen anzuziehen. Aber das glück war uns holt am Verpflegungs Punkt hörte der Regen wieder auf und wir konnten getrost die regen Sachen wieder ausziehen.

Nach der Kurzen Stärkung ging es jetzt in fester Formation weiter gen Norden, Es ist schon merkwürdig wenn man morgens so gegen halb acht schon die ersten 70 km gefahren hat. Und man so auf der strecke feststellt wie so langsam die Welt um einem herum zum leben erwacht. Und so langsam bekommen wir auch Hunger, denn die erste Station war schon sehr geplündert als dort ankamen. Aber die Vorfreude auf das frühstück bei km 100 in Epe trieb uns an. Aber wie soll es auch anders sein? vorher sollten wir noch einmal ans reifen flicken kommen. diesmal war Karsten der Leidtragende. Also das ganze nochmal diesmal hatten wir nur das Glück direkt neben einer Landmaschinen Werkstatt den platten zu haben. Und zum glück fingen die auch gerade an zu arbeiten. So fiel für uns wenigstens das Pumpen weg und wir konnten flott den Reifen wieder auf 8 bar bringen und weiter düsen. Das frühstück in Epe fand in einer normalen Bäckerei statt. Wir brauchten nur unseren Verzehr Aufkleber auf die tafel zu kleben und konnten uns dann an dem Frühstücks Buffet laben.

2016-06-18 10.17.40

So gestärkt ging es dann Frisch und munter weiter und mit jedem Km den wir weiter nach Norden kamen wurde auch das wetter besser. Mittlerweile sind auch die Arm und Beinlinge gewichen und wir konnten die sonne voll und ganz Genießen. Jetzt da wir das Münsterland so langsam verließen wurde die Besiedelung auch weniger und die Straßen Länger,grader und Langweiliger, dafür aber auch Einsamer. Was den vorteil hatte, wir brauchten uns nicht mit drängelnden Autofahrern um die Straße Streiten. Bei Km 150 legten wir noch einen Planmäßigen stop bei der Georgsdorfer Windmühle ein. Dort wurden wir dann wieder mit allerhand zeug und vor allem mit Wasser versorgt. Kurze Pause und weiter geht´s. Ab hier ist auch dann Andy zu uns gestoßen. Der hatte sich etwas später von Dinslaken aus auf den weg gemacht und dann später auf die strecke gefahren. Wir Radelten weiter durch die Unendlichen weiten des Münsterlandes und der Norddeutschen Tiefebene. Es gab kaum Kurven und wenn es eine gab damm bog man ab um dann wieder für 15 km Geradeaus zu fahren. Wir waren eine tolle Truppe. Wir radelten schön in einer geordneten zweier Reihe daher und der regelmäßige wechsel lies es auch für niemanden zu schwer werden und auch die Gesprächspartner wechselten regelmäßig. Das machte die KM sehr angenehm und wir hatten viel Spaß.


Bei Km 200 war endlich Mittagessen angesagt. Im Dorfkrug in Neudersum konnten wir hervorragend im Biergarten sitzen und uns den Bauch mit Spagetti Bolognese voll schlagen. Die Portionen waren äußerst reichlich. Der Biergarten lud ein hier doch ein paar Minuten länger zu verweilen.

Nach etwa 20 min Pause brachen wir dann zu den letzten 100 km auf. Unsere Gruppe machte sich auf den weg, da bemerkte einer unserer Begleiter das er einen Handschuh verloren hatte. Wir teilten uns auf, ein großer teil der Gruppe fuhr schon mal vor und wir (der Pauly und ich) warteten auf ihn. Endlich knappe 5 min später war der Handschuh gefunden und wir starteten die Aufholjagd. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis wir die Gruppe wieder eingeholt hatten, aber es war schon ganz schön zu sehen was trotz der 200 km in den Knochen noch alles so möglich war. Wir rollten weiter gen Leer.

Dort am alten Hafen in Café „Schöne Aussicht“ gab es Kaffee und Kuchen. Aber wir wollten uns nicht lange aufhalten. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und uns saß so langsam die zeit im Nacken, denn ich musste ja noch den Bus bekommen der um 22:00 Uhr fuhr. Also rauf auf die Räder und weiter. Was gut gelöst war, die Abstände der Verpflegungs Punkte rückte näher zusammen. So war es ab hier nur noch 30 km bis zum nächsten. Was ? nur 30 km das wird ein klacks…. gesagt….getan.

In Aurich angekommen war unser dortiger punkt die Älteste Gaststätte Aurichs „die ewige Lampe“ dort erwartete uns ein kühles Erdinger Alkoholfrei. Es war ein Traum….aber die zeit rann.

Da ich den Bus bekommen musste trennte unsere Gruppe sich hier. Andy, Pauly Karsten und ich machten uns ab da allein von Dannen. Die Mädels erklärten sich bereit mit Winni die strecke gemütlich zu ende zu fahren. Wir gaben nochmal alles auf den letzten 30 km. Und es wurde auch noch mal richtig hart.

 

Aber die Anstrengung hatte  sich gelohnt. Das Gefühl als wir ins ziel rollten war einfach das größte. Ich danke allen mitfahren für die Gute Gesellschaft und Motivation. Es hat mir riesigen Spaß mit euch gemacht. Ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder auf der ein oder anderen Tour. 🙂

2016-06-28 16.31.01

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